Susanne Timm's blog

Pfingsten in die Lausitz!

Tour vor dem Tagebau Jänschwalde (2015)

CooperideIm vergangenen Sommer sind wir mit der Tour de Natur in die Lausitz geradelt, um uns ein Bild von den Folgen des Braunkohleabbaus zu machen und die lokalen Initiativen für den Ausstieg aus der Braunkohle zu unterstützen. Die Forderung an Vattenfall lautet, in der Lausitz zu bleiben und den Strukturwandel von Braunkohle hin zu Erneuerbaren Energien einzuleiten. Doch der schwedische Staatskonzern möchte sich so einfach wie möglich aus seiner Verantwortung für die Folgen des Braunkohleabbaus stehlen und forciert den Verkauf. Deshalb ist es wichtig, dass Pfingsten so viele Menschen wie möglich in der Lausitz ein Zeichen setzen! Kommt zahlreich zum Lausitzcamp und beteiligt euch am Widerstand gegen weitere Braunkohletagebaue. Es gibt am Pfingstsamstag eine Demo in Welzow und darüber hinaus mit "Ende Gelände" Aktionen des zivilen Ungehorsam.

Mit dem Rad zur Klimakonferenz

Radtour Cooperide in HamburgRund 25 wettergeprüfte Radlerinnen und Radler kamen heute nach Hamburg. Gestartet ist Cooperide am 14. November in Kopenhagen, das Ziel heißt Paris, wo die Aktiven pünktlich zur COP 21 ein Zeichen für den Klimaschutz setzen wollen. Respekt angesichts des regnerischen Wetters in den letzten Tagen! Doch heute hat der Regen in Hamburg Pause gemacht und trocken sind die Cooperide-RadlerInnen mit Verstärkung von Hamburger Umweltaktivisten ins Zentrum und vors Rathaus gefahren. Rund 80 RadlerInnen zeigen Flagge für den Kohleausstieg in Deutschland und ein wirksames Klimaabkommen in Paris.

Morgen zieht die Cooperide weiter Richtung Bremen und macht südlich der Elbe noch einen Abstecher zum Kohlekraftwerk Moorburg. Der Klimakiller von Vattenfall und Schandfleck für die Hansestadt soll morgen offiziell eingeweiht werden. So nicht! - heißt die Botschaft, denn die Stromerzeugung mittels Kohlekraft ist eine Steinzeittechnologie.

Deshalb luden die RadlerInnen die PassantInnen ein, am 29.11. zum Global Climate March nach Berlin zu kommen und dort den Kohleausstieg von der Bundesregierung als Beitrag zur COP21 zu fordern. Auch in vielen anderen Städten finden Kundgebungen statt. Sei auch du dabei!

Hier noch ein paar Eindrücke aus Hamburg von der Cooperide:

Abenteuer Deutsche Bahn oder NIE WIEDER RE1 Rostock - Hamburg!

Gedränge im RE1 nach HamburgSonntag ist Abreisetag. Ein paar treten die Heimreise standesgemäß per Rad an. Doch die meisten fahren mit dem Zug in die verschiedenen Himmelsrichtungen. Eine spannende Frage ist deshalb für viele, ob man es gut von der polnischen Grenze per Zug bis nach Hause schafft? Unsere niederländische Mitradlerin muss bereits um 6 Uhr starten, denn sie fährt bis ins niederrheinische Kleve mit Regionalzügen und dann noch zwei Stunden Rad.

Für uns Hamburger sieht es besser aus: Trotz der beträchtlichen Distanz brauchen wir nur zweimal umsteigen und sehen recht entspannt 6 Stunden Fahrt entgegen. Wir können noch ein bisschen Camp-Atmosphäre genießen und andere verabschieden. Ein wenig nervös sehen wir dem Zug nach Cottbus entgegen. Wird die Regionalbahn die vielen Räder fassen? Doch glücklicherweise ist im Zug mehr Platz als gedacht! In Cottbus haben wir Zeit und helfen erst einmal anderen bei ihrem Umstieg. Unsere Räder werden in der Zwischenzeit von der überaus netten Zugbegleiterin der Regionalbahn bewacht;-)

Von Cottbus bis Schwerin können wir durchfahren und das ziemlich gemütlich in der gut gefüllten, aber nicht überfüllten ODEG. Baustellen und Umleitungen in Berlin verzögern die Fahrt, also empfiehlt uns die ebenfalls freundliche Zugbegleiterin in Schwerin Süd umzusteigen.

Der RE 1 fährt ein und das Märtyrium beginnt! Zunächst die Suche nach einem Platz für das Rad: Wir quetschen uns in das vordere Fahrradabteil, weil die Zugbegleiterin in der Tür vom mittleren Abteil steht und ruft "Hier ist voll!". Dort hätte es jedoch noch viel mehr Platz gegeben.

Brütende Hitze vor dem Kraftwerk Jänschwalde und Sprung in die kühle Neiße

Menschenbild Totenkopf "Coal kills" vor dem Kraftwerk JänschwaldeWieder so ein verdammt heißer Tag, an dem man schon beim Aufstehen anfängt zu schwitzen! Dennoch machten sich 75 tapfere RadlerInnen auf den Weg zur gemeinsamen Aktion vor dem Kraftwerk Jänschwalde auf.

Dort waren wir nicht allein, sondern es kamen viele weitere per Zug und Bus an, insgesamt mehrere hundert Menschen aus der Lausitz und allen Teilen Deutschlands, aus Polen, Tschechien und vielen weiteren Ländern. Zunächst ging die Demo zum Haupteingang des Kraftwerks bevor es zum Parkplatz ging, auf dem die Aktivisten sich zu einem Menschenbild formierten. In Hitze und Staub, doch alle machten motiviert mit! Anschließend ein Süppchen und Wasser oder Kaffee und geistigen Input von mehereren Sprechern aus der Region dies- und jenseits der Neiße. Nach der Rückfahrt zum Camp ging es dann auch richtig in die Neiße, deren kühles Nass schön erfrischte! Bis nach Polen rüber bin ich geschwommen ...

Heute abend wartet der spannende Film über den Braunkohle-Widerstand "Auf der Kippe" und viel Musik auf die Camp- und die TourteilnehmerInnen.

 

Kinderbotschaft an Vattenfall

Vattenfall und Tagebaulandschaft

 

Überfreundlicher Empfang bei VattenfallsHeiß beginnt der heutige Tag, als wir uns auf die Räder zu Vattenfall begaben. Der Konzern bereitet uns einen scheinfreundlichen Empfang mit dem Spruch "Willkommen der Tour de Natur" und kühlen Getränken. Doch außer einem Grußwort hat der Kommunikationschef keine Argumente und Fakten. Die Tour präsentiert das Theaterstück "Gerichtsverhandlung - Braunkohle" und Protestlieder, aber auch zwei Lausitzer mit Redebeiträgen. Auch wenn Herr Roland von Vattenfall meinte, dass sich Vattenfall auf sachlicher Ebene bewegen würde, kamen überhaupt keine Entgegnung von Vattenfall - sind dem Konzern die Argumente ausgegangen? Medienvertreter von Funk und Fernsehen hatten sich angekündigt, sind jedoch der Kundgebung fern geblieben. Irgendwie enttäuschend. Vor dem Haus der Gewerkschaft hatten wir dann die Bezirksleiterin der IG BCE, die sich uns zur Diskussion stellte. Allerdings waren ihre Argumente nur die Arbeitsplätze, die es noch in der Braunkohle gibt und Braunkohle als notwendigen Bestandteil im Energiemix. Kein Wort zu den negativen Folgen, keine zu den Umsiedlungen und keine Ideen für einen Strukturwandel in den nächsten 15 Jahren in der Region.

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