Susanne Timm's blog

Von Köln nach Kerpen

Hier ein paar Foto-Eindrücke vom heutigen Tag, der mit vielen unterschiedlichen Themen gefüllt war:

 

Schulhof mit KletterseilenKundgebung auf dem Platz vor dem Kölner HauptbahnhofBanner vor RWE Power in KölnPause in der Fußgängerzone in Frechen

Etwas besonderes war die Mittagspause im Buschbeller Wald. Bitte die Petition für den Erhalt unterschreiben!

Wie Kommunikationsprobleme bei der Polizei das Demorecht aushebeln

Tour de Natur 2008 über die B62Die erste Etappe beginnt zunächst gut: Heiner Monheim eröffnet die Tour auf dem Bonner Münsterplatz. Dann setzen sich die gut 100 Radlerinnen und Radler Richtung Köln in Bewegung. Highlight des Tages sollte die Fahrt über die "Phantasialand-Autobahn" werden, die A553, die zur Anbindung des Vergnügungsparks dient. Eine Anbindung per Straßenbahn oder Seilbahn ist dagegen bisher nur Idee geblieben, obwohl die Shuttlebusse von Brühl krachvoll sind.

Grund genug also, die Autobahn als Demoroute anzumelden, was Freitag nachmittag um 15 Uhr auch positiv beschieden wurde. Was die OrganisatorInnen erst eine Stunde vor der geplanten Auffahrt erfuhren: um 16 Uhr gab es einen Bescheid, der nur polizeiintern verschickt wurde und in dem die A553 gestrichen wurde. Die Polizei des Rhein-Erft-Kreises sollte die Tour informieren. Am Freitagnachmittag hätte noch die Chance bestanden, mit einem Widerspruch eine einstweilige Verfügung zu erstreiten. Dafür war es eine Stunde vor der geplanten Auffahrt auf die Autobahn, als die Polizei die Demonstranten über den geänderten Entscheid informierte, einfach zu spät!

Auf Seiten der Tour herrscht Unverständnis und Ärger - trotz positiven Bescheids konnte und wollte die Polizei es letztendlich nicht ermöglichen, die Tour über die Autobahn zu führen. 2013 klappt die Fahrt über die Autobahn zum Frankfurter Flughafen tadellos und die Tour hat auch schon ihr Recht auf Demonstration beispielsweise über die A44 erstritten. In diesem Jahr hat die Polizei das verhindert, weil sie anscheinend nicht klar kommuniziert und die Tour de Natur einfach nicht über diese Änderung informiert hat!

Es geht los - Sonniger Tourauftakt in Bonn

Heiner Monheim an der Poppeldorfer UnterführungDer Zug trägt uns durch die niedersächsische Ebene, das Ruhrgebiet und den Rhein entlang. Sonne und Wolken wechseln sich ab, doch in Bonn setzt sich die Sonne durch. Punkt 16 Uhr treffen sich die anreisenden Tourteilnehmer vor der "Poppelsdorfer Unterführung", einem Nadelöhr auf einer der wichtigsten Fahrradachse und belebte Fußgängerquerung. Die Tour de Natur hat mit Lastenrädern, Anhängern, Tandems beispielhaft gezeigt, was für ein Hindernis die Umlaufsperren darstellen.  Heiner Monheim, der uns die Knackpunkte der Bonner Fahrradinfrastruktur erklärt, erzählt vielWissenswertes aus der Geschichte der Bonner Fahrradpolitik. Die guten Entscheidungen und die faulen Kompromisse und das Zögern an anderen Stellen. Auch von seinen Bemühungen, die Engstelle der Unterführung zu erweitern, die Möglichkeit bestant und es hätte auch Gelder aus den Landesmitteln gegeben. Dennoch hat Bonn sich gegen eine Erweiterung ausgesprochen.

Nach dieser informativen Runde geht es zum Quartier in der evangelischen Lukasgemeinde. Dort entsteht auf der Wiese ein Zeltcamp und in den Gemeinderäumen werden Isomatten und Schlafsäcke ausgebreitet. Es treffen mehr und mehr RadlerInnen ein, zahlreiche bekannte Gesichter und auch einige neue.

Tourfeeling ab dem ersten Moment!

Zelten auf der Wiese in der Ev. GEmeinde

Verkehrte Welt - welche Gründe eine Demo auf der noch nicht eröffneten A4n verbieten

Protest der Tour de Natur auf der A44Zwischen Kerpen und Düren wartet die A4n fix und fertig und sechsspurig ausgebaut auf ihre Eröffnung. Denn der riesige Tagebau Hambach, der sich wie eine Krake in die Landschaft frisst und Dörfer wie Wälder verschwinden lässt, macht auch nicht vor der Autobahn A4 halt. Da die Politiker entschieden haben, dass der klimaschädliche und menschenfeindliche Braunkohleabbau für das Allgemeinwohl immens wichtig sei (mal ganz abgesehen von den Profiten für RWE), wurde der betroffene Autobahnabschnitt für sage und schreibe 192 Millionen Euro neu gebaut. RWE wird an den Kosten "anteilig beteiligt", allerdings wird verschwiegen, wie hoch denn der Anteil ist. Das lässt stark vermuten, dass die Beteiligung von RWE an den Kosten eher als politisches Feigenblatt fungiert.

Klimacamp - der Ort steht fest - und auch die gemeinsamen Aktionen mit der Tour de Natur am 30. Juli!

Zirkuszelt Das Klimacamp hat seinen Platz gefunden und das war auch höchste Eisenbahn. Denn parallel zur Tour startet das Protestcamp gegen den klimaschädlichen Braunkohleabbau am Samstag 26. Juli (am Laheypark/Holzweiler).

Wir radeln auf der Tour de Natur am 30. Juli zum Klimacamp.

Die KlimacamplerInnen verstärken den Demozug bis nach Borschemich. Das Geisterdorf wird am Nachmittag mit einem bunten Straßenfest zu Leben erwachen. Alle Menschen aus nah und fern sind herzlich eingeladen, zwischen 16 und 19 Uhr vorbeizuschauen! Das "Tour-Orchester" wird aufspielen, es wird Straßentheater geben und die Möglichkeit, seine Wünsche für den Erhalt der Region und gegen Abbaggerung an die Landesregierung zu richten. Die Tour de Natur wird diese Wünsche nach Düsseldorf mitnehmen und am 1. August direkt am Landtag übergeben.

Doch zuvor gibt es im Klimacamp am 30. Juli um 20 Uhr eine Diskussion mit Niko Paech, Friederike Habermann und dem Publikum unter der Fragestellung: Wie muss eine Wirtschaft aussehen, die ohne Kohlestrom auskommt?

Am nächsten Abend in Düsseldorf haben wir Dirk Jansen vom BUND als Referenten gewonnen, der mit uns über die "Kohle- und Klimapolitik in NRW" diskutiert (31. Juli, 19:30 Uhr im ZAKK). Beide Veranstaltungen sind für alle Interessierten offen!

Es wird ein heißer Sommer!

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