Jens Hansen's blog

Auf den Spuren von Kombi-, Franken- und Taubernbahn

 

Es geht beim sommerlichen Temperaturen weiter nordwärts Richtung Würzburg. Die Tour de Natur stoppt, um mehr zu erfahren, was in Sachen Stadtbahn Heilbronn geschieht. So erfuhren wir, dass 2001 die erste Strecke dieser Kombibahn eröffnet wurde. Mittlerweile gibt es 140 km, wobei nur 8 km neu gebaut werden mußten.

Vorteil dieser Kombination zwischen S-Bahn und Stadtbahn ist, die schnelle Anbindung Umland - Zentrum, Komfort und Geschwindigkeitsgewinn durch weniger Umstiege, sowie die Stärkung der von Stilllegung bedrohten Strecken. Kompliziert machen diese monderne Verkehrsführung nicht nur die unterschiedlichen Stromarten und Spurweiten von Stadtbahn und S-Bahn, sondern es gilt die unterschiedlichen Streckennetze und Betreiberverhältnisse zu koordinieren.

Wie wichtig hier die Vorreiterrolle von Heilbronn ist, erfuhren wir auf unserer weiteren Tour an den Bahnhöfen in Lauffen, Möckmühl und Lauda-Königshofen.

DGB für Ausbau der Bahn

Silke Ortwein vom Deutschen Gewerkschaftsbund erläuterte in Möckmühl: "Dass die Strecke ertüchtigt und die im Krieg zerstörte Brücke 2-gleisig ausgebaut wurde, ist sehr bedeutsam, damit die Auszubildenden und ArbeiterInnen pünklich zu den örtlichen Firmen kommen. Und nicht nur die durch die Konventional-Strafe getriebenen Güterzüge pünklich und im Takt fahren."

Die Tour ist gestartet!

Tour fährt durch Lauffen

Prof. Monheim, unser diesjähriger SchirmherrGestern gab es zum Auftakt der Tour de Natur 2013 in Stuttgart eine "Beerdigungs-Zeremonie", die alle öffentlich finanzierten Aufgaben einbezog, die bei dem geplanten Neubau des Stuttgarter Bahnhofs S21 mangels Geld einfach sterben könn(t)en: "Bildung", "Renovierung verfallener Bahnhöfe", "Energiewende", "pünktliche S-Bahnen". Im gleichen Sinne warnte unser Schirrmherr Prof. Dr. Heiner Monheim bei seiner Begrüßung: „Die Mittel, die in Stuttgart verbuddelt werden, werden in allen anderen Bahnprojekten fehlen." Positiv äußerte sich Prof. Monheim, wie schon in seinem Grußwort, zum Radverkehr. Auf den Distanzen über 10 km hat dieser sich in den letzten Jahren verdreifacht. Das Mobilitätsverhalten ändert sich, viel häufiger sind Trikes =Dreirädrige Fahrräder und Pedelecs zu sehen. Solche Änderungen erfordern laut Monheim einfach auch anders gebaute Radwege.

Im Anschluss gab es eine Fahrrad-Demo der Naturfreunde Radgruppe zu den Schwachpunkten in Stuttgarts Verkehrsnetz. Wegen des schwül-heißen Wetters (oder des parallel stattfindenden CSD waren nur ca. 200 TeilnehmerInnen dabei.

Und nicht zuletzt war der Anstieg zum 150 m höher gelegen Quartier die erste sportliche Herausforderung für die Tour de Natur 2013!

Angekommen...

Wir haben es geschafft!! Nach rund 570 km ist die Tour de Natur aus Halle in Greifswald angekommen. Der letzte Tag führte uns am ehemaligen Kraftwerksstandort Lubmin vorbei. Hier gab es eine Kundgebung von der BI "Kein Kohle-Kraftwerk in Lubmin", diese BI löst sich nach erfolgreicher Verhinderung auf. Nun sollen Regenerative Energien gefördert werden. In Greifswald regnet es wiedermal, ... zu dumm,... oder auch nicht, denn es ist genau die Zeit, die zum Pläuschen mit dem Oberbürgermeister eingeplant ist und wir haben genung Unterstellmöglichkeiten. Wat nen Glück,...

Außerdem füllt sich immer mehr unsere Foto- und auch die Presse-Seite. Vom NDR wurde sogar ein Fernsehbeitrag gebracht. Guckt doch mal rein.

Gruppenbild, Frank V.

Die Tour grüßt Wolf ganz Herzlich zum Geburtstag und aus diesem Anlass hier ein Abschluss-Gruppenbild., Foto Frank Vogelsteller

Hinterm Kopfsteinpflaster kommt das Meer und der Zirkus

 

3.8. Torgelow - Lassan: 76 km Wegstrecke mit gefühlten 50% Kopfsteinpflaster waren eine Tortour; nur die Besänftigung durch das wunderschöne Moor den Stopp an der Karniner Brücke (Usedom) und einen einmaligen Ausklang am Hafen von Lassan mit Kinderzirkus retten unserem Streckenplaner den Kopf.

An diesem Tag wurden Kinder, Gelenke, Sitzteile und Räder und Andere auf eine harte Probe gestellt. "Hier in Ost-Vorpommern seien die Fernradwege und unsere Routenplanung eben so...". Es gab laute Proteste in der Protesttour.

An der Peene gab es einen Infostopp am wiedervernässten Moor. Spannend durch das Fernrohr anzusehen waren Silber- und Weissreiher. Außerdem gibt es auf diesem über 1000 ha großen Gebiet nun wieder Seeadler und reichlich andere Vögel. Bis 1995 wurde das Gebiet landwirtschaftlich genutzt nun sahen wir eine weite Seenlandschaft. - Beeindruckend!

An der Karniner Brücke kamen wir wieder auf das Thema Bahnausbau zurück. Zur Zeit beträgt die Bahnfahrt von Berlin nach Usedom über 4 Stunden. Mit dem Ausbau von 39 km, als Herzstück fehlt die Brücke, wäre die Strecke in der halben Zeit zu bewältigen. Nach neuen Berechnungen wäre das sogar mehr als rentabel.

Vorpommern weltoffen und bunt, Kundgebung in Pasewalk

Auf dem Marktplatz bekommt der Bürgermeister Unterschriften überreicht, NDR-Fernsehen begleitet uns zum Widerstand gegen Rechts nach Viereck. Baden - Baden und Alternative Energieerzeugung.

Bei Temperturen um die 30 °C kommen wir heute ganz schön ins Schwitzen. Die ersten zwei Info-Stopps können uns hier auch nicht kühlen. Zunächst gilt es die Wasserstoff-Biogas Pilot-Hybrid-Anlage in Prenzlau zu besuchen. Mit 500 kW Leistung kann hier der Windstrom in Wasserstoff umgewandelt werden um in der Biogas-Anlage verstromt zu werden, oder im Gasnetz beigemischt zu werden. Im Anschluss können wir in die Röhre gucken: Von unten in den Turm einer E-82 Windkraftanlage. 

Am Paddelplatz an der Ucker baden und entspannen wir uns, bevor wir auf dem Markrplatz von Pasewalk den örtlichen Zusammenschluss gegen Rechts tatkräftig unterstützen. Das breite zivilgesellschaftliche Bündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ ruft zu friedlichem Protest gegen das sog. „Pressefest“ des rechtsextremen Verlages „Deutsche Stimme“ auf, welches für den 11. August zwischen Pasewalk und Viereck geplant ist. Hier kommt unsere Tour wie gerufen, um Aufmerksamkeit auf das Bündnis zu lenken. Der NDR filmt uns kurz nachddem wir den geplanten Veranstaltungsort in Viereck verlassen, blitz, donnert und grummelt es. Wir haben aber Glück und werden unter den Regencapes vor allem schweißgebadet.

Inhalt abgleichen