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Jugendblog von Verena - 4.8.2015

 

Der heutige Tag entwickelte sich zu einer Herausforderung. Noch letzte Woche haben wir uns sehnlichst wärmeres und trockeneres Wetter gewünscht, doch nun wo die Sonne auf uns herrunterbrennt, ist eine Erfrischung im Badesee zur Mittagspause ein Segen.

Nichtsdestotrotz hielt uns das nicht auf, unsere Meinung kund zu tun:

Auf dem Marktplatz in Beeskow sangen wir selbstgedichtete Lieder gegen Fracking und wurden informiert über die CCS Projekte.

Nachmittags hielten wir noch an einer Windmühle und bereiteten uns auf das letzte Stück der Etappe vor.

Angekommen im Quartier bestand noch die Möglichkeit zu den zwei nahegelegenen Seen baden zu fahren und das kühler werdende Wetter zu genießen.

Der Tag wurde abgerundet mit einem Vortrag über den Braunkohleabbau im Spreewald und Umgebung.

Des weiteren ist die Unterkunft trotz improvisierter Dusche sehr angenehm, was uns auch sehr gelegen kommt, da hier morgen unser Aktionstag stattfinden wird...

Lausitz zwischen Spreewald, Tierfabriken und Verockerung

durch den märchenhaften Spreewald zur KundgebungGestern konnten wir ein bisschen in Byhleguhre entspannen und uns mit den Planungen für 2016 befassen. Nachmittags ging es dann nach Lübbenau ins Herz des Spreewaldes. Auf dem Weg dahin konnten wir bei angenehmen Temperaturen die schöne Natur genießen und bekamen mit, dass der Radweg entlang der Wasserarme auch zahlreiche Radtouristen anlockt.

In der touristischen Hochburg des Spreewaldes führten wir das Theaterstück "Gerichtsverhandlung - Braunkohle" auf und forderten von der Stadt Lübbenau, sich mit uns für den schrittweisen Ausstieg der Lausitz aus der Braunkohle einzusetzen. Schon allein aus eigenem Interesse sollten die Spreewaldorte aktiv werden, denn bei der Flutung der alten ausgekohlten Tagebaue tritt Eisenocker aus und fließt in die Spree. Und mit der Verockerung ist die Natur des Spreewaldes und damit auch der sanfte Tourismus bedroht.

In der Nähe von Vetschau ist die Verockerung bereits voll im Gange, das Absetzbecken soll wenigstens einen Teil des Schlamms auffangen. Sieben Fließe, sind bereits stark vom Ockerschlamm zugesetzt. Deshalb setzten wir am Reudener Graben zusammen mit Greenpeace Cottbus mit einer Aktion ein Zeichen zur Rettung der Spree und gegen weitere Tagebaue.

Ein weiteres Thema sprachen wir auf dem Marktplatz in Vetschau an - die Tierfabriken, die in Tornitz, aber auch an anderen Standorten in der Lausitz entstehen sollen.

Ockerschlamm hautnah!

Tour kommt in die Lausitz!

heiß ist's - Trinkpause im SchattenInzwischen hat die Tour de Natur über 500 km hinter sich gebracht und ist gestern bei ziemlicher Hitze in Byhleguhre eingetroffen. In den letzten Tagen waren bis zu 140 RadlerInnen dabei. Über Nacht haben kurze Gewitter und Regenschauer für etwas Abkühlung gesorgt. Gestern abend bekamen wir Besuch von Aktiven der Umweltgruppe Cottbus, die uns ein gutes Bild von dem Braunkohleabbau und den Folgen für die Region vermitteln konnten. Einerseits hängen natürlich Arbeitsplätze am Braunkohlestrom, doch nur noch ein paar Tausend Menschen und damit wesentlich weniger als noch zu DDR-Zeiten arbeiten in dieser Industrie. Die Erneuerbaren Energien werden gern vergessen, obwohl auch hier schon viele Menschen ihren Broterwerb gefunden haben. Das Dorf Proschim zum Beispiel erzeugt mehr Strom aus Sonne und Wind als es selber verbraucht.

Auch gern vergessen werden die Folgen für die betroffenen Dörfer, für die regionale Landwirtschaft und für den Tourismus im Spreewald, der von der Verockerung bedroht ist. Deshalb begibt sich die Tour heute per Rad nach Lübbenau, um dieses Thema öffentlich zu machen.

in Beeskow gegen Fracking und CO2-Verpressung

René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus erzählt über die Folgen der Braunkohle

Im Dunstkreis der Hauptstadt

Bahn in der Fläche ausbauen!

In diesem Jahr führt unsere Strecke südlich um Berlin herum. In Rathenow thematisierten wir gestern am BAhnhof Rathenow die Brandenburgische Städtebahn, von der nur noch ein Stummel nach Brandenburg führt. Nach Norden ist die Strecke gekappt, die Verbindungen per Bahn und Bus sind extrem umständlich. Deshalb singen wir bei der Kundgebung "Es fährt kein Zug nach Rhinow mehr" und setzen uns zusammen mit dem VCD Brandenburg für einen besseren Bahnverkehr in der Fläche ein. Während der BUGA sind zwar die Verbindungen zwischen den Standorten gut per Bus erreichbar, aber was ist danach?

Brandenburgische Städtebahn: totes Gleis nach Norden

Auf dem Weg in die Lausitz haben wir es nicht versäumt, bereits heute in Potsdam das Thema Braunkohle und die Möglichkeiten der Energiewende in Brandenburg vor dem Landtag zu thematisieren. Frau Nonnemacher als Abgeordnete der Grünen hat uns auf die Problempunkte der Landespolitik aufmerksam gemacht. Die Tour de Natur hat das Theaterstück "Gerichtsverhandlung" aufgeführt.

Theaterstück zum Thema Braunkohle am Landtag

8. Tag - nur noch eine Nacht

Die letzte Nacht im Zelt war wieder frisch - und die Havel heute morgen auch. Anja hat es mir vorgemacht und überzeugt, wie wundervoll ein morgendliches Schwimmen ist. Beim Frühstück wärmen wir uns auf beim heißen Tee und der sanften Sonne. Der lang ersehnte Sommer kommt nämlich heute tatsächlich. Morgen, nach einer Nacht in Potsdam, wollen wir, mein Freund und ich, uns für ein paar Tage als normale Touristen durch die Gegend bewegen. Ohne die mir lieb gewordenen Menschen - wie wird es mir damit ergehen? Im Hinterkopf werde ich bestimmt die Stimmen, die Ansagen, die Aktionen und Begegnungen vermissen.

Jetzt zum Wochenende reisen einige ab und wir stellen uns im Kreis zusammen und singen den irischen Reisesegen. Diese Sitte gefällt mir sehr und bewegt mich.Und es kommen etliche neue Menschen hinzu. 183 waren bislang dabei!

Ja, und was auch auf so einer Tour de Natur passiert: Anja lädt uns ein, in ihrem Haus zu wohnen! Ich kann mich noch gut erinnern, als ich so ganz fremd ankam, und sich viele so freundlich begrüßt haben, ich mich gefragt habe, wie das für mich wohl sein wird - nun kann ich es mir etwas vorstellen! Danke allen schon einmal vorweg, denn ich werde bestimmt noch einen allerletzten Erlebnisbericht schreiben. Jetzt ist es dunkel, alle sind satt, die Kinder gehen zu Bett, die Älteren spielen noch und die "Alten" diskutieren, singen und genießen das bunte Miteinander.

 

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