Die Tour ist gestartet!

Tour fährt durch Lauffen

Prof. Monheim, unser diesjähriger SchirmherrGestern gab es zum Auftakt der Tour de Natur 2013 in Stuttgart eine "Beerdigungs-Zeremonie", die alle öffentlich finanzierten Aufgaben einbezog, die bei dem geplanten Neubau des Stuttgarter Bahnhofs S21 mangels Geld einfach sterben könn(t)en: "Bildung", "Renovierung verfallener Bahnhöfe", "Energiewende", "pünktliche S-Bahnen". Im gleichen Sinne warnte unser Schirrmherr Prof. Dr. Heiner Monheim bei seiner Begrüßung: „Die Mittel, die in Stuttgart verbuddelt werden, werden in allen anderen Bahnprojekten fehlen." Positiv äußerte sich Prof. Monheim, wie schon in seinem Grußwort, zum Radverkehr. Auf den Distanzen über 10 km hat dieser sich in den letzten Jahren verdreifacht. Das Mobilitätsverhalten ändert sich, viel häufiger sind Trikes =Dreirädrige Fahrräder und Pedelecs zu sehen. Solche Änderungen erfordern laut Monheim einfach auch anders gebaute Radwege.

Im Anschluss gab es eine Fahrrad-Demo der Naturfreunde Radgruppe zu den Schwachpunkten in Stuttgarts Verkehrsnetz. Wegen des schwül-heißen Wetters (oder des parallel stattfindenden CSD waren nur ca. 200 TeilnehmerInnen dabei.

Und nicht zuletzt war der Anstieg zum 150 m höher gelegen Quartier die erste sportliche Herausforderung für die Tour de Natur 2013!

Im Musterländle läuft nicht alles Mustergültig

Guter Start: Pünktlich um 9:15 Uhr war es trocken. Über Nacht hatte das Gewitter glücklicherweise die vorhergesagten Temperaturen auf 20 Grad abgesenkt. Im Radlerpulk rolllten wir bergab zum Schlossgarten. Das Team vom Parkgottesdienst gab uns den Reisesegen mit auf dem Weg und begleiteten uns das erste Stück zu Deutschlands 2. dreckigsten Kreuzung. Die Stuttgarter Polizei hat uns nicht gerade in gute Laune versetzt, vor fast jeder Ampel mussten wir warten, damit der Autoverkehr möglichst wenig behindert wird, bei Steigungen hat das unsere Stimmung jedenfalls nicht gehoben!

Flotter gings außerhalb von Stuttgart voran. Am AKW Neckarwestheim bekamen wir das Green-Washing zur grünen Bahncard vorgeführt: Man nehme den bisherigen Bahnstrom-Mix mit rund 25% Wasserstrom und 75% Grau-Strom ....Aha! Das sind ja nur 25% grüne Bahncards und 75% rote Bahncards? Sonst hatte sich nichts geändert. Wolfram Scheffbuch, Vorsitzender des Umweltverband Bündnis Bürgerinitativen Mittlerer-Neckar(BBMN), wusste auf der Infoveranstaltung am Kraftwerk nur von der 1%igen Bahnbeteiligung am Kraftwerk, langfristigen Kohlestromverträgen mit Datteln, jedoch nichts von einer wegweisenden Energiewende der DB AG zu berichten. Green-Washing eben.

Erster Tour-Tag gibt es auch immer erst ein Wieder- und Zusammenfinden. Die Stimmung war in der Gruppe mit rund 100 RadlerInnen jedenfalls auf Anhieb ziemlich gut. Entgegen der versprochenen 35 bis 38 Grad wanderten die Temperaturen von 31°C später abwärts. Gegen Abend gab es fast nur Schauer. Wir erreichten dennoch gerade noch trockenen Rades unsere 2. Waldorfschule. Selbige scheinen in Baden-Württemberg immer auf einem Berg zu stehen ...