Freitag, 26. Juli 2019, siebter Tag der TdN 2019: Lenzen – Ludwigslust (34 km)

 

Ein herrlicher Sommertag hier an der Elbe im Städtchen Lenzen: Frühstück zwischen acht und neun Uhr für die Tour de Natur, mit Müsli mit Früchten und Brot mit veganen Aufstrichen und Marmeladen, dazu Kräuter- und Schwarzer Tee sowie Kaffee. Besonders gesucht waren die Schattenplätze, um dort das Frühstück einzunehmen.

Um 9:30 Uhr begann eine geführte Exkursion durch die Lenzener Elbtalaue, die neu ist: eine Ursprungslandschaft entsteht hier durch Rekultivierung. Die zur Rückgewinnung von Überflutungsflächen vorgenommene Rückverlegung der Deichlinie ermöglichte ein faszinierendes Experiment. Die Überflutungsflächen blieben nicht in der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern wurden als Auenlandschaft gestaltet. Auf einer Fläche von 420 ha wurden Auengehölze angepflanzt (Weiden und Pappeln; Eichen, Eschen und Ulmen), sowohl in langen Reihen als auch in kreisförmigen sog. Truppen. In den zurückliegenden zehn Jahren sind ungefähr die Hälfte der Baumpflanzungen aufgewachsen (der andere Teil schaffte es aus unterschiedlichen Gründen nicht: „man pflanzt Auwälder viermal“), was nun auch deutlich als Flächengliederung zu sehen ist.

Zwischen dem neuen Deich, auf dem der rechtsseitige Elbradweg verläuft, und dem alten Elbdeich, der mehrfach „geschlitzt“, d. h. partiell für Wasserdurchfluss entfernt worden ist, sind Baumgruppen entstanden. Kleine Wasserflächen können sich bei Regen und nach Hochwasser bilden. Wildpferde und Rinder sorgen dafür, dass die Freiflächen offen gehalten werden. Der Vogel-, Amphibien-, Fisch- und Insektenbestand hat sich verändert und ist vielfältiger geworden. Eine faszinierende Auenlandschaft ist im Entstehen begrffen!

Führung durch die Lenzener Elbtalauen

Die Elbe ist übrigens der einzige große Fluss in Deutschland, der weitgehend unverbaut geblieben ist. Das „Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe“ sorgt sowohl für den Erhalt und die Renaturierung als auch für eine nachhaltige touristische Nutzung des Elbtals.

Nach der Mittagspause startete die Tour de Natur zur Tagesetapppe nach Ludwigslust. Ungefähr 170 Teilnehmer gingen auf die Strecke. Eine erholsame Pause wurde im Dorf Deibow eingelegt, im weitläufigen Hof und Garten des dortigen Bioladens, dessen Angebot, insbesondere das Eis, große Nachfrage erhielt. Von einer Nachbarin wurde den Tourteilnehmern spontan ein Eimer frisch geerntete Gurken gebracht, die sie sich gern schmecken ließen.

Bei doch recht drückender Hitze ging es weiter nach Ludwigslust. Zunächst wurde diese Stadt mit ihrem klassizistischen, aus dem 19. Jahrhundert stammenden Altstadtbereich durchquert, um dann vor dem Schloss auf dem weitläufigen Vorplatz eine Pause einzulegen. Diese Örtlichkeit erwies sich als ungeeignet für die geplante öffentliche Vorstellung von Lastenrädern, denn das Kopfsteinpflaster ist mit Fahrrädern nur sehr mühsam zu befahren.

Infostopp am Schloss von Ludwigslust

Das Nachtquartier liegt nahe der Innenstadt. Das Sportforum „Erwin Bernien“ bietet eine riesige Sporthalle sowie eine kleine Zusatzhalle, die vorzugsweise von den Familien genutzt wurde.