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Samstag, 20. Juli 2019, erster Tag der TdN 2019: Exkursionstag in Hamburg (38 km)

Die Tour de Natur startet in diesem Jahr in Hamburg, an einem herrlich sonnigen Sommertag mit  ca. 100 Teilnehmern, von denen einige schon am Vortrag angereist sind. Am ersten und zweiten Tag beschäftigt sich die Tour de Natur mit den verkehrs- und umweltpolitischen Problemen im Stadtstaat Hamburg bzw. in dieser Metropolregion.

Als erste Station ­­und Attraktion auch für die Tour de Natur wurde die Elbe durch den Alten Elbtunnel unterquert, ein 1911 eröffnetes Bauwerk, das seinerzeit den Hafenarbeitern einen raschen und witterungsunabhängigen, weil die Hafenfähren ersetzenden Zuweg zu den Arbeitsplätzen insbesondere auf den damals noch vorhandenen großen Werften ermöglichte. Der nur über Treppen und Fahrstühle zugängliche Tunnel war seinerzeit eine technische Sensation, die für sehr viel Geld  (15 Mill. Euro) von der Hamburg Port Authority saniert worden ist und heutzutage Radfahrern und Fußgängern eine recht praktische Elbquerung ermöglicht.

Radfahren und Fahrrademonstration unter der Elbe – im Alten Elbtunnel

Endspurt zur Tour 2019!

Strecke der Tour 2019Nur noch gut zwei Wochen sind es bis zur Tour de Natur 2019! Anreise ist bereits am 19. Juli möglich und am 20. Juli schwingen wir uns auf die Räder ...

Wir haben inzwischen wirklich alle Quartiere fest (uff!!!) und basteln nur noch an dem einen oder anderen Detail. Alles andere hängt von dir und den anderen Mitradelnden ab!

Nach Wochen und Monaten des Planens (6 Wochenendtreffen, gefühlten 100h Telefonkonferenzen, ewigem Hinterhertelefonieren bei Behörden und Mailschreiben und Haare raufen:-) freuen wir uns auf dich und alle, die mitradeln möchten, ob eine Etappe oder die ganze Tour. Damit wir eine ungefähre Ahnung haben, wie viele kommen und Wam immer schön genügend Vorräte zum Kochen, melde dich am besten an. Falls du spontan nach Wetterlage entscheiden möchtest, dann komm gern einfach dazu!

Klimakrise und Klimaschutz zieht sich als roter Faden durch diese Tour, das Thema brennt nicht nur uns, sondern immer mehr Menschen unter den Nägeln!

Dann bis ganz bald ;-)

Ostern im Wendland: Strecke machen!

Osterhase vor der Beluga am Eingang zum Erkundungsbergwerk GorlebenVier wunderschöne Ostertage und eine phantastische Region zum Fahrradfahren! Die besten Voraussetzungen zum Abradeln der Tourstrecke in der Göhrde und im Wendland. Gestartet sind wir vom Bahnhof Dahlenburg zur B 216 und haben einen Großteil der Etappe bis zum voraussichtlichen Übernachtungsort Hitzacker und dann die nächste Fahretappe über Dannenberg, die Castorstrecke und Gedelitz nach Gorleben abgefahren.

Abfahren heißt nicht nur einmal die Straße lang und die Entfernung aufnehmen, sondern auch mögliche Mittagsplätze erkunden. Hier ein toller Biohof in einem verwunschenen Örtchen, dort ein Gasthof am Brennpunkt des Widerstands. Außerdem bedarf es für die 120-150 großen und kleinen Teilnehmer*innen auch der einen oder anderen Pause zwischendrin, wofür ebenfalls geeignete Plätze gesucht werden. Dann natürlich schauen, ob die Straße nicht zu eng oder zu uneben ist und noch vieles mehr.

Ein Höhepunkt war die Erkundung für die Aktion am Erkundungsbergwerk Gorleben, von den Einheimischen gern "der Schwarzbau" genannt. Das Bergwerk soll zwar eigentlich zurückgebaut werden, ist aber immer noch das am besten erkundete und ausgebaute mögliche Atommüll-Endlager. Und daneben lagern schon 113 Castoren in der sogenannten "Kartoffelscheune" (ist nämlich ungefähr so sicher) und dahinter ragt das Gebäude der Konditionierungsanlage über den Kiefernwald. Aber selbstverständlich wird es bei der anstehenden Standortauswahl ein ergebnisoffenes Verfahren geben - ein Schalk, wer böses dabei denkt!

Samstag, 04.08.2018: Fünfzehnter Tag der Tour de Natur – Aktionstag und Abschluss in Leipzig

Am Vormittag radelte die Tour de Natur zur bekannten Karl-Liebknecht-Straße und machte Halt für eine Kundgebung gegenüber vom Gewerkschaftshaus. Hier spielte das Tour de Natur-Orchester und die Theatergruppe zeigte mit einer inszenierten Gerichtsverhandlung, wie partikular die Interessen der Befürworter des Braunkohlentagebaus sind. 

Transparente auf der Kundgebung vor dem Gewerkschaftshaus in Leipzig (Foto von live-portraits, kassel)

 

Das Tour de Natur-Orchester spielt auf (Foto von live-portraits, kassel)

 

Danach sprach eine Aktivistin aus Kolumbien, die eindrucksvoll schilderte, wie sehr der dortige Steinkohlenbergbau mit Umweltschädigung und Unterdrückung sowie Ausbeutung der Bevölkerung verknüpft ist. Seit 2016 sind allein 400 Fälle zu beklagen, in denen Menschen, die Widerstand leisteten, verschleppt oder ermordet worden sind. Dazu sollte man wissen, dass die Bundesrepublik Deutschland der zweitgrößte Importeur kolumbianischer Steinkohle ist.

 

 

Eine Aktivistin aus Kolumbien berichtet über die dortige mit der Kohleförderung einhergehende Ausbeutung, Schädigung und Unterdrückung der Bevölkerung (Foto von live-portraits, kassel)

Mittwoch, 01.08.2018: Zwölfter Tag der Tour de Natur – von Halle nach Pödelwitz (70 km)

So kann ein Tag gut beginnen: Frühstücksmüsli von Zain, pünktlich präsentiert um 8 Uhr. 

 

Die Ausfahrt aus Halle verlief etwas stockend. Es ist nicht einfach, eine solch große Gruppe von Radfahrern durch jene Straßen zu lotsen, in denen Straßenbahngleise recht nah zum Hochbord liegen. Hier muss dann in Einzelreihen gefahren werden, was durch das Einfädeln wiederum ,Stau‘ für die Radler verursacht. 

Ausfahrt aus Halle über die Magistrale (Foto von live-portraits, kassel)

 

Es gab auch mehrere kleine Malheurs, die aber allesamt glimpflich verliefen. Das Radeln in der Großgruppe verlangt doch beträchtliche Konzentration, um das Auffahren zu vermeiden. Insbesondere darf man nicht sofort abbremsen, wenn man zum Beispiel einen Gegenstand verloren oder eine Panne hat. Auch dafür gibt es eine Regel, an die morgens erinnert wird: die Schlussfahrer sammeln alles auf bzw. helfen, wenn man am Rand wartet.

Das Wetter war gut fürs Radeln, also warm, aber nicht heiß. Die Tour radelte nun in Richtung Süden und konnte sich somit in dem weiten Tal der Saale umschauen, das bei Leuna eine riesige Industrielandschaft ist und schon zu DDR-Zeiten war, in der es damals mehrere Zehntausend Arbeitsplätze gab, von denen nach der Wende nur noch ein Bruchteil bestehen geblieben ist. Spektakulär war der Verkauf der Raffinerieanlagen an den französischen Konzern Elf, für eine D-Mark. 

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